Beispiele

Beispiel 30 €

Ich bin Student und arbeite nebenher in einem Konstruktionsbüro. Dabei verdiene ich ca. 300 € monatlich. Weitere Einkünfte beziehe ich nicht. Für mein Studium wende ich pro Jahr ca. 5.000 € für Fahrtkosten, Bücher, Studiengebühren und sonstiges Arbeitsmaterial auf. Kann ich diese Kosten in irgendeiner Form steuerlich geltend machen?

Vielen Dank für die Nutzung von onlinetax24. Ihre Frage beantworten wir gerne auf Basis Ihrer gemachten Angaben wie folgt:

Der Jahresverdienst (Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit) in Höhe von 3.600 € ist unabhängig eines etwaigen Lohnsteuereinbehalts durch den Arbeitgeber steuerfrei, da das Existenzminimum in Höhe von 8.004 € unterschritten wird.

Grundsätzlich werden Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit durch entstehende Werbungskosten gemindert und können auch negativ werden, so dass ein "Verlust" realisiert wird. Dieser Verlust kann in folgende Jahre vorgetragen werden und mindern später entsprechend die Einkünfte.

Jedoch regelt § 12 Nr. 5 EStG, dass Aufwendungen für die erstmalige Berufsausbildung und für ein Erststudium zu den nicht abzugsfähigen Ausgaben gehören, wenn sie nicht im Rahmen eines Dienstverhältnisses anfallen (also z.B. im Rahmen einer dualen Ausbildung). Gemäß Ihren Angaben gehen wir davon aus, dass es sich bei Ihrem Studium um eine erstmalige Berufsausbildung handelt. Die Ausgaben können jedoch bis höchstens 4.000 € gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG als Sonderausgaben abgesetzt werden. Der Eintrag in der Steuererklärung erfolgt in Zeile 45.

Die Sonderausgaben mindern die Einkünfte, können jedoch nicht zu einem vortragsfähigen Verlust führen. Ihr Einkommen bleibt steuerfrei, die Studienkosten können jedoch faktisch steuerlich nicht geltend gemacht werden.

Wir hoffen, Ihnen mit unseren Ausführungen geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr onlinetax24-Team

Beispiel 70 €

Ich plane, in naher Zukunft einen neuen PKW zu erwerben. Da die Autos im europäischen Ausland oftmals viel günstiger sind, bin ich mir mittlerweile sicher, dass ich den PKW nicht in Deutschland erwerben werde. Da ich auch die Kosten für eine Reimport-Firma sparen möchte, habe ich vor, direkt in das entsprechende Land zu fahren, den Wagen dort bei einem Händler zu bestellen und nach Deutschland zu überführen. Was ist in einem solchen Fall steuerlich zu beachten?

Vielen Dank für die Nutzung von onlinetax24. Ihre Frage beantworten wir gerne auf Basis Ihrer gemachten Angaben wie folgt:

Ausgehend davon, dass Sie kein Unternehmer sind sowie den PKW im EU-Ausland und nicht im Rahmen Ihres Unternehmens erwerben, haben Sie auch als Privatperson einige umsatzsteuerliche Besonderheiten zu beachten.

Wenn es sich um ein neues Fahrzeug handelt, haben Sie in Deutschland einen innergemeinschaftlichen Erwerb zu versteuern, wenn der PKW tatsächlich von einem Mitgliedsstaat der EU in einen anderen Mitgliedsstaat gelangt. Als neuer PKW gilt dabei ein Fahrzeug mit nicht mehr als 6000 km Laufleistung oder ein Fahrzeug, dessen erste Inbetriebnahme im Zeitpunkt des Kaufs nicht mehr als sechs Monate zurück liegt.

Für die Versteuerung eines innergemeinschaftlich erworbenen Fahrzeuges gibt es das besondere Formular "Umsatzsteuererklärung für die Fahrzeugeinzelbesteuerung" (USt 1 B) und ist auf den Internetseiten der Finanzämter abrufbar.

Der Verkäufer des PKW hat das Fahrzeug netto, also ohne Umsatzsteuer, an Sie zu veräußern. Dieses gilt sowohl für Unternehmer, z.B. einen Händler (§ 6a Abs. 1 Nr. 2c UStG analog im Ausland), als auch für Privatpersonen, die in einem solchen Fall als Unternehmer behandelt werden (§ 2a UStG analog im Ausland). Der Verkäufer hat im Ausland keine Umsatzsteuer einzubehalten und abzuführen, da für ihn der Verkauf steuerfrei ist.

Im Gegenzug müssen Sie als Privatperson die Umsatzsteuer in Ihrem Heimatland anmelden und abführen, da es Sinn und Zweck der Umsatzsteuer ist, Sie als Endverbraucher mit der Umsatzsteuer des Bestimmungslandes zu belasten. Der Anmeldung mit dem oben genannten Formular ist die Rechnung des PKW beizufügen. Bemessungsgrundlage für den Erwerb ist das Entgelt, wozu der in Rechnung gestellte Erwerb und Nebenkosten (z. B. Beförderungskosten, etc.) gehören.

Die Steuer ist von Ihnen innerhalb von 10 Tagen nach dem Erwerb des Fahrzeugs anzumelden und zu zahlen.

Im Endeffekt zahlen Sie die deutsche Umsatzsteuer in Höhe von 19%. Um einen realen Preisvergleich vornehmen zu können, sollten Sie die Nettopreise des PKW vergleichen und sich nicht von evtl. niedrigeren ausländischen Umsatzsteuersätzen täuschen lassen.

Wir hoffen, Ihnen mit unseren Ausführungen geholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen
Ihr onlinetax24-Team